Das Sozialgericht Karlsruhe entschied in einem nicht rechtskräftigen Urteil, dass ein Anspruch auf Versorgung mit Cannabisarzneimitteln nicht bereits dann besteht, wenn der behandelnde Arzt die Therapie befürwortet und auf allgemeine Nebenwirkungen der Standardtherapie verweist (Az. S 13 KR 4081/17).

Im vorliegenden Streitfall begehrte die Klägerin von der beklagten Krankenkasse die Versorgung mit bestimmten Arzneimitteln sowie die Versorgung mit Cannabis. Zur Behandlung ihrer Schmerzen sei eine Versorgung mit Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Cannabis erforderlich. Hierzu legte sie Atteste und die Stellungnahme ihrer behandelnden Ärztin vor, nach deren Auffassung die komplexen Beschwerden der Klägerin mit Cannabis alle gebessert werden könnten. Die beklagte Krankenkasse lehnte den Antrag ab, denn der Klägerin stünden Standardtherapien zur Behandlung ihrer Beschwerden zur Verfügung.

Das SG Karlsruhe wies die Klage ab, da für die Beschwerden der Klägerin allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Therapien zur Verfügung stünden und es an einer ausreichend begründeten Einschätzung der behandelnden Ärztin bezüglich der fehlenden Anwendbarkeit der Standardtherapien fehle. Nach dem Gesetz sei für eine begründete Einschätzung eine Auseinandersetzung mit den individuellen Verhältnissen des Versicherten unter Abwägung der bisherigen Therapieversuche, konkret zu erwartender Nebenwirkungen der Standardtherapie und Nebenwirkungen der Therapie mit Cannabis erforderlich. Im Streitfall habe die behandelnde Ärztin nur allgemeine Ausführungen zu Nebenwirkungen der Standardtherapien getätigt und habe sich nicht mit den Nebenwirkungen der Therapie mit Cannabis auseinandergesetzt. Daher fehle es an einer ausreichenden ärztlichen Begründung.