Wenn ein Gebäude aus dem Betriebs- in das Privatvermögen übergeht und dort zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzt wird, ist der Teilwert oder im Fall der Betriebsaufgabe der gemeine Wert die Grundlage für die weitere AfA. Der höhere Entnahme- oder Aufgabewert ersetzt die historischen Anschaffungskosten jedoch nur, wenn und soweit die bei der Entnahme/Aufgabe vorhandenen stillen Reserven besteuert wurden oder noch besteuert werden können. So entschied das Finanzgericht Hamburg (Az. 3 K 287/17).

Wenn das Gebäude vor der Einlage in das Betriebsvermögen bereits im Privatvermögen gehalten und zur Erzielung von Vermietungseinkünften genutzt wurde, sei ebenfalls auf die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzustellen und nicht auf den Einlagewert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten seien nicht um die bisher vorgenommenen AfA zu kürzen. Die verfahrensrechtlich nicht mehr änderbare Inanspruchnahme überhöhter AfA auf ein Gebäude in Vorjahren sei dadurch zu korrigieren, dass der vorgeschriebene AfA-Satz auf die bisherige Bemessungsgrundlage bis zur vollen Absetzung des Restbuchwerts angewendet wird, sodass sich im Ergebnis die AfA-Dauer verkürze.

Eine KG erzielte Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ein Komplementär wechselte in die Kommanditistenstellung. Da eine GmbH Komplementärin und Geschäftsführerin war, trat die gewerbliche Prägung ein. Die Gebäude galten als in das Betriebsvermögen eingelegt. Nach drei Jahren wechselte der Kommanditist wieder in die Komplementärstellung, weshalb die gewerbliche Prägung daraufhin entfiel. Streitig war allerdings, ob die Aufgabewerte oder die historischen Anschaffungskosten abzüglich der in Anspruch genommenen AfA als Bemessungsgrundlage dienten. Geklagt wurde insbesondere wegen der Höhe der Bemessungsgrundlage für Absetzungen für Abnutzung (AfA) für Wohngebäude, Garagen, Außenanlagen und Küchen der Klägerin.

Das Finanzgericht entschied teilweise zugunsten der Klägerin. Die Tatsache, dass die Gebäude ins Betriebsvermögen eingelegt wurden, führe nicht dazu, dass der Einlagewert statt der historischen Anschaffungskosten als AfA-Grundlage diene.

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