Eine große Körpergröße rechtfertigt für einen jugendlichen ALG-II-Empfänger keinen Mehrbedarf für die Ausstattung mit Schuhen in Übergröße. Jedoch besteht ein Anspruch auf Erstausstattung mit einem Bett in Übergröße nebst Lattenrost, Matratze und Bettdecke. So entschied das Landessozialgericht Hamburg (Az. L 4 AS 328/19).

Ein 16-jähriger Jugendlicher lebte mit seiner Mutter zusammen. Die Familie lebte von ALG-II-Leistungen. Da ihr Sohn eine Körpergröße von 1,97 m hatte, machte sie im November 2012 beim Jobcenter einen Mehrbedarf zwecks Anschaffung von Schuhen und eines Bettes in Übergröße geltend. Da das Jobcenter einen Mehrbedarf nicht anerkannte, erhob der Jugendliche vertreten durch seine Mutter Klage.

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass ein Anspruch auf Mehrbedarf zwecks Anschaffung von Schuhen in Übergröße nicht gegeben sei. Die Anschaffung müsse aus dem Regelbedarf finanziert werden. Jedoch bestehe ein Anspruch auf Erstausstattung mit einem Bett in Übergröße nebst Zubehör. Der Bedarf eines Menschen mit einer Körpergröße von 1,97 m an einer vernünftigen Schlafstätte werde durch ein Bett im Normalmaß von 2,00 m nicht gedeckt. Ein solches Bett sei zu kurz, um ein entspanntes und unterstütztes Liegen zu ermöglichen. Die Anschaffung eines Bettes in Überlänge sei keine Ersatzbeschaffung, sondern gleiche dem Übergang vom Kinderbett zum Jugend- bzw. Erwachsenenbett, der einen Erstausstattungsbedarf auslöse. Vom Erstausstattungsbedarf umfasst sei neben dem Bett ein Lattenrost, eine Matratze und eine Bettdecke.