Das Sozialgericht Düsseldorf entschied in einem rechtskräftigen Urteil, dass ein gesetzlich Versicherter mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit einen Anspruch gegen seine Krankenkasse auf Versorgung mit einem Bluetooth-Hörverstärker hat (Az. S 8 KR 1441/15).

Im Streitfall beantragte der Kläger mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit die Versorgung mit einem neuen Hörgerät, mit dem er in der Lage wäre, sein Mobilfunktelefon zu nutzen. Die Krankenkasse gewährte nur einen geringeren Festbetrag, da ein Anspruch auf eine verständliche Gesprächsführung mittels eines Mobilfunktelefons nicht bestehe. Er könne ein Festnetztelefon nutzen.

Das SG Düsseldorf verurteilte die Krankenkasse, den Kläger mit dem Bluetooth-Hörverstärker CM-BT 2 der Firma Humantechnik zu versorgen. Der Kläger habe einen Anspruch auf Versorgung mit dem Hörverstärker. Im Streitfall habe der beauftragte Sachverständige eine deutliche Hörverbesserung bei Mobiltelefonie durch die zusätzliche Schnittstelle mit dem Hörverstärker festgestellt. Es komme nicht darauf an, ob die Mobilfunktelefonie inzwischen als Grundbedürfnis anzusehen sei, denn Hörgeräte würden dem unmittelbaren Behinderungsausgleich dienen.