Das Sozialgericht Stuttgart entschied, dass Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf kieferorthopädische Behandlung nur in medizinisch begründeten Indikationsgruppen haben, bei denen eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht (Az. S 23 KR 6776/18).

Im vorliegenden Fall lies der Kläger eine kieferorthopädische Behandlung in Höhe von insgesamt 7.523,62 Euro durchführen. Nachdem er bzw. seine gesetzlichen Vertreter die Rechnungen zunächst immer selbst beglichen hatten, beantragte der Kläger bei der beklagten Krankenversicherung erstmals die Erstattung dieser Kosten. Die Krankenversicherung lehnte eine Kostenübernahme ab.

Das SG Stuttgart wies die Klage ab. Im Streitfall hatte der Kläger zu Beginn der Behandlung lediglich eine Zahnstellungsanomalie. Unabhängig davon, dass der Kläger schon den auf dem Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung beruhenden Beschaffungsweg (wonach Kosten für eine selbstbeschaffte Leistung nur dann übernommen werden könnten, wenn diese Leistung vor der Behandlung bei der zuständigen Krankenkasse beantragt worden seien) nicht eingehalten habe, bestehe auch ansonsten kein Anspruch auf die durchgeführte kieferorthopädische Behandlung.