Die Leistungen aus der (Berufsunfähigkeits-)Rente aus dem Vertreterversorgungswerk an einen ehemals selbständigen Versicherungsvertreter sind als nachträgliche Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu behandeln. Dies entschied das Finanzgericht Nürnberg (Az. 6 K 1733/18).

Im vorliegenden Fall war der Kläger als selbständiger Ausschließlichkeitsvertreter für eine AG tätig und erzielte hieraus gewerbliche Einkünfte. Zur Sicherung seiner Alters-, Berufsunfähigkeits-, und Hinterbliebenenversorgung war er Mitglied im Vertreterversorgungswerk der AG. Als er 2003 berufsunfähig wurde, bezog er ab diesem Zeitpunkt eine Berufsunfähigkeitsrente gem. der VVW-Bestimmungen. Die Einkünfte aus der Berufsunfähigkeitsrente wurden von ihm als Leibrente erklärt. Das Finanzamt behandelte die Einkünfte jedoch als solche aus Gewerbebetrieb.

Das FG Nürnberg entschied, dass die Leistungen aus der Rente – hier Berufsunfähigkeitsrente – aus einem Vertreterversorgungswerk als nachträgliche gewerbliche Einkünfte zu behandeln sind. Hierfür sei maßgeblich der enge wirtschaftliche Zusammenhang mit der ehemaligen Tätigkeit als Versicherungsvertreter. Dieser ergebe sich nach Auffassung des Gerichts u. a. aus der Versorgungszusage des Versicherungsunternehmens und der Vollfinanzierung der Rente durch diese ohne eigene Beitragsleistung.