Das Bundesfinanzministerium hat am 06.05.2020 eine Verständigungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Belgien veröffentlicht. Die Vereinbarung regelt die Besteuerung von Grenzpendlern nach Belgien und bedeutet eine Entlastung für grenzüberschreitend tätige Arbeitnehmer im Hinblick auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie (Az. IV B 3 – S-1301-BEL / 20 / 10002 :001).

Es wurde vereinbart, dass die Arbeitstage, an denen die Grenzpendler aufgrund der Corona-Pandemie von ihrer Wohnung aus im Homeoffice arbeiten, als Arbeitstage in Belgien gelten (Tatsachenfiktion). Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, entsprechende Aufzeichnungen zu führen (Bescheinigung des Arbeitgebers über Homeoffice-Tage aufgrund der Corona-Pandemie). Die Tatsachenfiktion greift nicht für Homeoffice-Tage, die unabhängig von dem Coronavirus stattfinden.

Die Konsultationsvereinbarung findet auf Arbeitstage im Zeitraum vom 11.03.2020 bis zum 31.05.2020 Anwendung. Sie verlängert sich bis zum Ende des folgenden Kalendermonats, wenn die zuständigen Behörden Deutschlands und Belgiens dies mindestens eine Woche vor Beginn des jeweils folgenden Kalendermonats schriftlich vereinbaren.

Update vom 26.05.2020: Die am 06.05.2020 mit Belgien abgeschlossene Konsultationsvereinbarung im Hinblick auf die steuerliche Behandlung des Arbeitslohns von Grenzpendlern wurde vom 20.05.2020 bis zum 30.06.2020 verlängert (Az. IV B 3 – S-1301-BEL / 20 / 10002 :001).

Hintergrund

Deutsche Grenzpendler, die in Belgien beschäftigt sind, besteuern ihren Arbeitslohn in Belgien (so die Regelung in Artikel 15 des DBA Deutschland-Belgien). Ein erhöhtes Maß an „Homeoffice-Tagen“ kann daher zu einer Änderung der Aufteilung der Besteuerungsrechte und damit zu einer Änderung der steuerlichen Situation der betroffenen Grenzpendler führen.