Das Bundesfinanzministerium hat eine Verständigungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich vom 15.04.2020 veröffentlicht (Az. IV B 3 – S-1301-AUT / 20 / 10002 :001). Die Vereinbarung regelt die Besteuerung von Grenzpendlern nach Österreich und bedeutet eine Entlastung für grenzüberschreitend tätige Arbeitnehmer im Hinblick auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie.

Es wurde vereinbart, dass die Arbeitstage, an denen die Grenzpendler aufgrund der Corona-Pandemie von Zuhause aus im Homeoffice arbeiten, als Arbeitstage in Österreich gelten. Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, diese Tatsachenfiktion in Deutschland und in Österreich einheitlich anzuwenden und entsprechende Aufzeichnungen zu führen.

Die Konsultationsvereinbarung ist am 15.04.2020 in Kraft getreten und findet auf Arbeitstage im Zeitraum vom 11.03.2020 bis zum 30.04.2020 Anwendung. Sie verlängert sich danach automatisch vom Ende eines Kalendermonats zum Ende des nächsten Kalendermonats, sofern sie nicht von der zuständigen Behörde eines der Vertragsstaaten mindestens eine Woche vor Beginn des jeweils folgenden Kalendermonats durch schriftliche Erklärung an die zuständige Behörde des anderen Vertragsstaats gekündigt wird.

Hintergrund

Deutsche Grenzpendler, die in Österreich beschäftigt sind, besteuern ihren Arbeitslohn in Österreich (Artikel 15 des DBA Deutschland-Österreich). Ein erhöhtes Maß an „Homeoffice-Tagen“ kann daher zu einer Änderung der Aufteilung der Besteuerungsrechte und damit zu einer Änderung der steuerlichen Situation der betroffenen Grenzpendler führen.