Das Landessozialgericht Darmstadt entschied, dass ein Versicherter die Transportkosten für eine im wohnortnahen Krankenhaus durchgeführte Blutentnahme selbst zu tragen hat, soweit die Blutentnahme nicht aus medizinischen Gründen notwendig ist (Az. L 1 KR 240/18).

Im vorliegenden Fall litt die Versicherte an einer angeborenen Hüftfehlstellung. Sie wurde wiederholt in einer hierauf spezialisierten Klinik in Dortmund operiert. Für die im Jahre 2014 erfolgte OP empfahl diese Klinik Eigenblutspenden, welche die Versicherte im heimatnahen Universitätsklinikum Gießen durchführen ließ. Die Krankenkasse erstattete die Kosten i. H. v. 199 Euro für den fachgerechten Transport des Blutes nach Dortmund im Rahmen einer “Einzelfallentscheidung ohne Rechtsanspruch auf künftige Fälle”. Die im Jahr 2015 erneut beantragte Kostenübernahme lehnte die Krankenkasse hingegen ab. Die Blutspende hätte auch direkt in Dortmund erfolgen können. Die Versicherte verwies hingegen darauf, dass sie bei einer Blutspende in Dortmund Urlaub hätte nehmen müssen und für ihre Tochter zwei Schultage ausgefallen wären. Außerdem wären ca. 200 Euro Fahrtkosten angefallen.

Das LSG Darmstadt hat den Kostenerstattungsanspruch abgelehnt. Die präoperative Eigenblutentnahme sei eine Krankenhausleistung, welche regelmäßig am Ort der Operation erfolge. Beauftrage das operierende Krankenhaus eine andere Einrichtung mit der Blutentnahme, so habe es die Kosten zu vergüten. Sie seien jedoch nur dann zu übernehmen, wenn die operierenden Ärzte die Blutentnahme an einem anderen Ort als dem der Operation aus medizinischen Gründen für notwendig erachten. Zeit- und Kostengründe seien keine Gründe in diesem Sinne. Medizinische Gründe für eine heimatnahe Eigenblutspende hätten bei der Versicherten im Streitfall nicht vorgelegen. Des Weiteren sei die Fahrkostenregelung gem. § 60 SGB V nicht anwendbar, da diese nur Fahrten der Versicherten selbst erfasse, nicht hingegen Transportkosten von Eigenblut.