Das Sozialgericht Dresden entschied, dass die Krankenkasse einem Arbeitnehmer, der während einer stufenweisen Wiedereingliederungsmaßnahme weiterhin Krankengeld erhält, auch die Kosten für Fahrten zum Arbeitsort zu erstatten hat (Az. S 18 KR 967/19). Der Anspruch sei auf die Kosten der Benutzung eines regelmäßig verkehrenden öffentlichen Verkehrsmittels der niedrigsten Beförderungsklasse beschränkt.

Im vorliegenden Fall war der Kläger an zehn Tagen von seinem Wohnort in Coswig zu seinem Arbeitgeber in Dresden gefahren.

Das Sozialgericht hat die beklagte Krankenkasse zur Zahlung von 85 Euro verurteilt. Die stufenweise Wiedereingliederung sei an sich bereits eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation, obwohl es hier nicht z. B. um den Aufenthalt in einer medizinischen Rehabilitationseinrichtung geht, sondern um Tätigkeiten beim Arbeitgeber. Insgesamt sei aber das Konzept auf eine vollständige Wiederherstellung der Gesundheit der Versicherten ausgerichtet.

Hintergrund

Mit der stufenweisen Wiedereingliederung wird insbesondere langzeiterkrankten Arbeitnehmern die Möglichkeit gegeben, ihre Belastungsfähigkeit am konkreten bisherigen Arbeitsplatz stundenweise zu steigern, um endgültig wieder gesund und arbeitsfähig zu werden. Je nachdem, ob die Maßnahme im Zusammenhang mit einer stationären Rehabilitation steht, erhalten Arbeitnehmer in dieser Zeit entweder Übergangsgeld durch die Rentenversicherung oder Krankengeld durch die Krankenkasse. Daneben sind jedoch auch die Fahrtkosten zum Arbeitsort zu erstatten.