Der Arbeitgeber ist nicht allein wegen seines arbeitsvertraglichen Weisungsrechts berechtigt, dem Arbeitnehmer einen Telearbeitsplatz zuzuweisen. Lehnt der Arbeitnehmer die Ausführung der Telearbeit ab, liegt deshalb keine beharrliche Arbeitsverweigerung vor. Eine aus diesem Grund ausgesprochene Kündigung ist unwirksam. Dies hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschieden (Az. 17 Sa 562/18).

Der Kläger war als Ingenieur beschäftigt. Sein Arbeitsvertrag enthielt keine Regelungen zu einer Änderung des Arbeitsorts. Nach einer Betriebsschließung erhielt er das Angebot seines Arbeitgebers, seine Tätigkeit im “Home-Office” zu verrichten. Der Ingenieur war hierzu nicht bereit. Daraufhin wurde sein Arbeitsverhältnis durch seinen Arbeitgeber aus wichtigem Grund wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung gekündigt.

Das LAG Berlin-Brandenburg hat die Kündigung, wie schon das Arbeitsgericht vorher, für unwirksam gehalten. Der klagende Ingenieur sei arbeitsvertraglich nicht verpflichtet gewesen, die ihm angebotene Telearbeit zu verrichten. Der Arbeitgeber könne ihm diese Tätigkeit nicht aufgrund seines arbeitsvertraglichen Weisungsrechts einseitig zuweisen, da sich die Umstände der Telearbeit in erheblicher Weise von einer Tätigkeit, die in einer Betriebsstätte zu verrichten sind, unterscheiden. Dass Arbeitnehmer z. B. zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf an einer Telearbeit interessiert sein können, führe nicht zu einer diesbezüglichen Erweiterung des Weisungsrechts des Arbeitgebers.