Eine Kellnerin, die in Köln u. a. am Karnevalssamstag gearbeitet hat, hat einen Anspruch darauf, dass eine “in der Karnevalszeit” geleistete Tätigkeit in ihrem Zeugnis steht. So entschied das Arbeitsgericht Köln (Az. 19 Ca 3743/18).

Die Kellnerin war von März 2013 bis August 2017 als Servicekraft beschäftigt. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erteilte die frühere Arbeitgeberin ihr ein Zeugnis. Mit dem Inhalt war die diese jedoch nicht einverstanden und wollte u. a. bestätigt erhalten, während der Karnevalszeit gearbeitet zu haben. Sie hatte tatsächlich jedenfalls 2017 am Freitag und Samstag nach Weiberfastnacht gearbeitet. Die Arbeitgeberin war der Ansicht, diese Tage lägen nicht “in der Karnevalszeit”.

Die Kellnerin bekam vor dem Arbeitsgericht Recht. Die “Karnevalszeit” sei zwar kein gesetzlich exakt definierter Begriff, aber im Rheinland und insbesondere im Kölner Raum bestehe gerichtsbekannt kein Zweifel an der Auslegung des Begriffs. Anders als der Begriff der “Karnevalstage”, die sich ggf. nur auf Weiberfastnacht, Rosenmontag sowie Aschermittwoch beziehen könnten, lasse sich die “Karnevalszeit” als die gesamte Hochzeit auffassen, in der Karneval gefeiert werde, d. h. die Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Da im Rheinland und insbesondere im Kölner Zentrum die Arbeitsbelastung in der Gastronomie in der Karnevalszeit besonders hoch sei, hätten Arbeitnehmer aus der Gastronomie auch ein berechtigtes Interesse daran, dass die Arbeit in dieser Karnevalszeit im Zeugnis besonders erwähnt werde.