Das Sozialgericht Detmold entschied, dass ein Integrationshelfer für den gesamten Schulbesuch zur Verfügung steht (Az. S 2 SO 45/18 ER).

Die Entscheidung betraf eine zwölfjährige schwerbehinderte Schülerin einer Gesamtschule, die u. a. an einer spastischen Teillähmung der Beine litt. Zuvor hatte der Sozialhilfeträger eine Integrationskraft nur für 19 bzw. im weiteren Verlauf nur noch für zehn Wochenstunden bewilligt.

Das Gericht vertrat die Auffassung, die Begründung der Ablehnung der Kostenübernahme genüge nicht, dass zunächst organisatorische Maßnahmen von der Schule getroffen werden müssten, damit die Schülerin selbständiger handeln könne. Zwar hätten auch Schulen als Objekt, also als abstrakte Einrichtung unabhängig vom individuellen Anspruch des Schülers die Pflicht, die Integration behinderter Schüler zu fördern. Der Sozialhilfeträger verkenne aber, dass die Eingliederungshilfe des behinderten Menschen grundsätzlich unabhängig von pflichtgemäßem und/oder pflichtwidrigem Verhalten Dritter sei. Festgestellt werde ausschließlich, ob ein Bedarf tatsächlich bestehe. Insbesondere könne nicht auf einen fiktiven Zustand der Umgebung verwiesen werden, der eigentlich bestehen müsste. Die Objektförderung von Kindergärten und Schulen lasse den subjektiven Anspruch des behinderten Menschen nur dann und soweit entfallen, wie diese tatsächlich realisiert worden sei und dadurch den Bedarf entfallen lasse.