Xanthelasmen sind gelbe Flecken oder Knötchen durch Einlagerung von Cholesterin. Ein Anspruch auf Kostenübernahme für eine Xanthelasmenentfernung an den Augenlidern besteht nicht, wenn objektiv keine Entstellung vorliegt. So entschied das Sozialgericht Osnabrück (Az. S 42 KR 489/17).

Eine Frau litt unter Xanthelasmen an beiden Augenlidern. Sie beantragte bei der beklagten Krankenversicherung die chirurgische Entfernung. Sie leide unter ihrem auffälligen Aussehen und habe eine soziale Phobie entwickelt. Die Krankenversicherung lehnte eine Kostenübernahme ab. Eine medizinische Notwendigkeit der Entfernung bestehe nicht. Eine behandlungsbedürftige Erkrankung liege nicht vor. Sie sei durch die Xanthelasmen nicht entstellt. Psychische Beschwerden seien nur mit Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie zu behandeln, um das psychische Grundproblem anzugehen.

Das Gericht gab der Krankenkasse Recht. Eine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung setze eine Krankheit voraus. Eine solche liege vor, wenn ein Versicherter in seinen Körperfunktionen beeinträchtigt werde oder wenn die anatomische Abweichung entstellend wirke. Durch die Xanthelasmen sei die Klägerin in ihren Körperfunktionen nicht beeinträchtigt. Von ihr genannte Beeinträchtigungen wie Jucken, Nässen oder eine Gesichtsfeldeinschränkung seien durch ärztliche Befunde nicht objektiv festgestellt worden. Eine erhebliche Auffälligkeit der Xanthelasmen habe zur Überzeugung des Gerichts unter Würdigung der vorgelegten Fotodokumentation des Gesichts sowie der Inaugenscheinnahme der Klägerin im Termin zur mündlichen Verhandlung nicht vorgelegen. Der optische Eindruck der Klägerin sei vielmehr weit von dem entfernt, was als behandlungsbedürftige Entstellung anzusehen sei. Entscheidend hierfür sei ein objektiver Maßstab, nicht das subjektive Empfinden der Klägerin.