Eine Flugbegleiterin war ihren Angaben nach bei einem Langstreckenflug der Lufthansa einem sog. „Fume-Event“ ausgesetzt. Hierbei handelt es sich um beißende Gerüche, die beim Abzapfen von Frischluft an den Turbinen für die Kabine durch geringe Mengen von Öl entstehen können. Nach ärztlicher Behandlung beantragte die Stewardess bei der Unfallversicherung die Anerkennung eines Arbeitsunfalls. Dies lehnte die Versicherung ab, weil ihrer Auffassung nach nicht feststand, dass tatsächlich gesundheitsgefährdende Stoffe in das Flugzeug gelangten.

Die Frau scheiterte vor dem Sozialgericht Gießen mit ihrer Klage (Az. S 1 U 61/15). Die Versicherung habe zu Recht die Anerkennung eines Arbeitsunfalls verweigert. Trotz umfassender medizinischer Ermittlungen habe eine toxische Belastung während des Fluges als Ursache für eine Krankheit der Klägerin nicht nachgewiesen werden können. Die Beweislast habe bei ihr gelegen. Eine Umkehrung der Beweislast komme nur infrage, wenn eine Vielzahl von Menschen an Bord direkt nach einem Flug erkrankt wäre.