Das Landessozialgericht Thüringen entschied, dass die Durchführung von Sägearbeiten für die Nachbarin nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht. Voraussetzung für einen Unfallversicherungsschutz sei eine „arbeitnehmerähnliche” und keine unternehmerähnliche Tätigkeit (Az. L 1 U 165/18).

Der Kläger wollte für seine 78-jährige Nachbarin Brennholz sägen. Für den Nachbarschaftsdienst brachte er seine eigene Kreissäge mit und entschied selbst, wann und wie er das Holz bearbeitete. Nachdem er einen Ast aufheben und Halt suchen wollte, griff er versehentlich in das Sägeblatt. Dadurch erlitt er schwere Verletzungen an der linken Hand. Ring- und Mittelfinger mussten teilweise amputiert werden. Die Berufsgenossenschaft verneinte das Vorliegen eines Arbeitsunfalls. Das Sozialgericht wies die Klage ab.

Das LSG Thüringen wies die Berufung zurück. Der Nachbar habe bei der Durchführung der Sägearbeiten nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestanden. Voraussetzung für eine „Wie-Beschäftigung” sei die Durchführung arbeitnehmerähnlicher Tätigkeiten. Im Streitfall habe der Kläger für seine Nachbarin zwar eine Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert mit deren Willen verrichtet. Jedoch sei diese nicht arbeitnehmerähnlich gewesen, denn der Kläger habe die Sägearbeiten selbstbestimmt und frei verantwortlich erbracht.