Stellt das Finanzamt im Rahmen einer Außenprüfung fest, dass unentgeltliche Gesellschafterdarlehen der Kommanditisten einer GmbH & Co. KG bislang nicht als Sonderbetriebsvermögen I behandelt wurden, ist ein wegen Überschreitens des Betriebsgrößenmerkmals zu Unrecht gebildeter Investitionsabzugsbetrag nachträglich im Jahr der Bildung rückgängig zu machen. Das Finanzamt ist an eine in den Sonderbilanzen der Vorjahre unbeanstandet gebliebene, aber fehlerhafte steuerliche Behandlung der Darlehen der Kommanditisten nicht gebunden. Dies entschied das Finanzgericht Niedersachsen in einem nicht rechtskräftigen Urteil (Az. 9 K 253/18).

Im vorliegenden Fall unterhielt die Klägerin in der Rechtsform der GmbH & Co. KG ein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Herstellung und Vertrieb von Rolltoren und ermittelte den Gewinn durch Bestandsvergleich. Im Rahmen einer Außenprüfung wurde festgestellt, dass die Kommanditisten der Klägerin Darlehen gewährt hatten, die die Klägerin in der Gesamthandsbilanz als Gesellschafterdarlehen ausgewiesen hatte. Nach Auffassung der Prüferin sind die Forderungen eines Gesellschafters gegenüber der Personengesellschaft gleichzeitig als Sonderbetriebsvermögen I zu werten und die der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Mittel als steuerliches Betriebsvermögen zu qualifizieren. Daher erhöhte sie die Summe des erklärten Eigenkapitals der Klägerin. Diese Eigenkapitalerhöhung hatte zur Folge, dass die Prüferin die Bildung eines Investitionsabzugsbetrages nach § 7g Abs. 1 EStG i. H. v. 110.000 Euro versagte, weil das Betriebsvermögen den maßgeblichen Wert von 235.000 Euro überstieg. Das Finanzamt übernahm die Feststellungen der Prüferin. Das FG Niedersachsen wies die hiergegen gerichtete Klage ab. Die Revision zum BFH wurde nicht zugelassen.