Bei der Tätigkeit eines Nageldesigners, die nicht in einem eigenen Nagelstudio ausgeübt wird, handelt es sich aufgrund der Eingliederung in die Betriebsabläufe um eine sozialversicherungspflichtige, nicht um eine selbständige Tätigkeit. Daran ändert auch eine monatliche Mietzahlung für den Arbeitsplatz nebst Gerätschaften nichts. So entschied das Sozialgericht Stuttgart (Az. S 7 R 1197/17).

Die Klägerin war Betreiberin eines Nagelstudios in einem Einkaufszentrum. Dort war u. a. ein Nageldesigner tätig. Die Klägerin stellte diesem für eine monatliche Mietzahlung von 200 Euro einen Arbeitsplatz nebst einem Trocknungsgerät zur Verfügung. Mit ihrer Klage wandte sich die Klägerin gegen die von der Rentenversicherung im Rahmen einer Betriebsprüfung erhobene Beitragsnachforderung nebst Säumniszuschlägen in Höhe von 7.871,49 Euro hinsichtlich des Nageldesigners.

Das Gericht gab jedoch der Rentenversicherung Recht. Im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtwürdigung aller Umstände überwogen im vorliegenden Fall die Merkmale, die für eine abhängige versicherungspflichtige Tätigkeit sprächen. Die Miete eines Arbeitsplatzes in Form eines Stuhles könne nicht zu einer Selbständigkeit führen. Der Nageldesigner sei vielmehr wirtschaftlich abhängig von der Klägerin gewesen, für die er allein tätig war. Dabei sei er räumlich und zeitlich in die Betriebsabläufe eingebunden gewesen. Dass er hinsichtlich der Ausführung der Tätigkeit nicht weisungsgebunden gewesen sei, liege in der Natur der Sache, da der Kunde dem Nageldesigner seine Wünsche mitteile, die dieser umsetze.