Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschied, dass Patienten sich an den Kosten einer Behandlung beteiligen müssen, wenn die Krankheitsursache in willkürlichen Veränderungen des eigenen Körpers liegt (Az. L 16 KR 324/18). Das LSG verwies darauf, dass das Solidarprinzip der Krankenversicherung nicht grenzenlos ist.

Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin eine schönheits-chirurgische Brustvergrößerung als Privatbehandlung durchführen lassen. Sechs Jahre später kam es zu Rissen an einem Silikonimplantat sowie einer Brustentzündung. Die Klägerin ließ die Implantate durch neue ersetzen, die sie ebenfalls privat bezahlte. Die Krankenkasse trug zunächst 6.400 Euro für die Entnahme der alten Implantate. Von der Klägerin forderte sie eine Beteiligung i. H. von 1.300 Euro, da das Gesetz eine Kostenbeteiligung von Versicherten bei Folgeerkrankungen nach ästhetischen Operationen zwingend vorsehe. Die Klägerin hielt dies für verfassungswidrig. Die Klage hatte vor dem LSG Bremen-Niedersachsen keinen Erfolg.