Ein schwerkrankes Kind, welches während eines stationären Aufenthaltes in einem Krankenhaus von seiner Mutter gepflegt wird, erhält kein Pflegegeld von der Pflegekasse. Ein Anspruch besteht nur bei Pflege in häuslicher Umgebung. Das entschied das Sozialgericht Nürnberg (Az. S 18 P 37/19).

Als Rechtsnachfolgerin ihrer verstorbenen Tochter verlangte die Klägerin die Zahlung von Pflegegeld. Sie hatte ihre schwerkranke Tochter über mehrere Monate aufopferungsvoll im Krankenhaus bis zu deren Tod täglich selbst gepflegt. Sie war sich sicher, dass die Pflege ihrer Tochter auch aufgrund der Personalsituation in den Krankenhäusern ohne ihren Einsatz nicht ausreichend in gleicher Qualität sichergestellt gewesen wäre.

Laut Gericht waren die Voraussetzungen für die Gewährung von Pflegegeld hier nicht erfüllt. Pflegegeld wird nur gezahlt, wenn der Pflegebedürftige in häuslicher Umgebung gepflegt wird. Wenn ein Antrag auf Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung in einem Zeitpunkt gestellt werde, in dem der Pflegebedürftige bereits stationär in das Krankenhaus aufgenommen worden sei, sei die Zahlung von Pflegegeld ausgeschlossen. Der Gesetzgeber habe mit der Gewährung von Pflegegeld erreichen wollen, dass ein Pflegebedürftiger möglichst lange im häuslichen Umfeld bleiben könne.