Die neue Regelung, nach der das Kindergeld rückwirkend nur noch für sechs Monate gezahlt wird, findet erst für Anträge Anwendung, die nach dem 18.07.2019 eingehen. Für Anträge auf Kindergeld, die vor dem 18.07.2019 eingegangen sind, gilt die Beschränkung auf sechs Monate nicht. So entschied das Finanzgericht Münster (Az. 8 K 2081/18).

Eine zweifache Mutter hatte für ihre Kinder Kindergeld am 23.04.2018 (Antragseingang) beantragt und legte für das erste Kind Studienbescheinigungen ab dem Wintersemester 2014 und für das zweite Kind ab dem Sommersemester 2017 vor. Die Familienkasse setzte daraufhin Kindergeld für das erste Kind ab Oktober 2014 fest und wies dabei auf die geänderten Vorschriften hin, wonach nur eine Nachzahlung für die letzten sechs Monate vor Antragseingang möglich ist. Demnach sei nur das ab Oktober 2017 festgesetzte Kindergeld auszuzahlen. Entsprechend wurde Kindergeld für das zweite Kind festgesetzt, die Auszahlung aber ebenfalls auf das Kindergeld für den Zeitraum ab Oktober 2017 begrenzt.

Das Gericht gab der Klägerin jedoch Recht. Zum 01.01.2018 seien durch eine Gesetzesänderung Neuerungen für den rückwirkenden Kindergeldbezug geregelt worden. Danach gelte, dass das Kindergeld nur noch rückwirkend für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats, in welchem der Antrag eingegangen ist, gezahlt werde. Zuvor galt die Verjährungsfrist, wonach Kindergeld bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden konnte. Die neue Regelung, nach der das Kindergeld rückwirkend nur noch für sechs Monate gezahlt wird, finde jedoch erst für Anträge Anwendung, die nach dem 18.07.2019 eingegangen seien.

Hinweis

Betroffene sollten ggf. unter Hinweis auf dieses Urteil, respektive bei Anhängigkeit eines Verfahrens beim BFH unter dem jeweiligen Aktenzeichen, Ruhen des Verfahrens beantragen. Ihr Steuerberater hilft gerne weiter.