Wenn gegen schlechte Cholesterinwerte eine Ernährungsumstellung und Medikamente nicht mehr helfen, kann in bestimmten Fällen eine Blutwäsche die letzte Rettung sein. Dann muss die Krankenkasse die Kosten dafür übernehmen, entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Az. L 16 KR 121/19 B ER).

Ein 61-jähriger Schlosser, der bereits mehrere Schlaganfälle erlitten hatte, beantragte durch seine behandelnde Ärztin eine sog. Lipid-Apherese bei seiner Krankenkasse. Diäten und Cholesterinsenker hatten nicht den gewünschten Erfolg gebracht und es drohte eine lebensbedrohliche Verschlechterung des Gesundheitszustands. Obwohl die zuständige Apherese-Kommission der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) eine positive Empfehlung für die Behandlung gab, hielt die Kasse die Behandlung nicht für erforderlich. Unterstützt wurde sie von einer abweichenden Empfehlung des Medizinischen Dienstes (MDK).

Das Gericht verpflichtete aber die Kasse vorläufig zur Übernahme der Behandlungskosten von über 1.000 Euro pro Woche. Da sich im Eilverfahren zeitaufwändige Begutachtungen verbieten würden, sei eine Folgenabwägung anzustellen. Angesichts der drohenden schweren Gesundheitsgefahren könne die verbleibende Unsicherheit nicht zu Lasten des Patienten gehen.