Wenn eine Schülerin auf einer Klassenfahrt aufgrund eines gesundheitlich bedingten Krampfens von einer Teilhabeassistenz auf das Bett gesetzt wird und sich beim Herabfallen verletzt, ist dies keiner versicherten Tätigkeit zuzurechnen. So entschied das Hessische Landessozialgericht (Az. L 3 U 7/18).

Schüler seien zwar grundsätzlich nicht nur während des Unterrichts, sondern auch während einer Klassenfahrt gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz sei allerdings auf den organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule beschränkt. Versichert seien daher nur die Betätigungen, die in einem sachlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit als Schüler stehen. Wenn sich eine Schülerin hingegen rein persönlichen Belangen widme, falle dies nicht unter den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.

Ein 17-jährige Schülerin litt an neurologischen Ausfallerscheinungen und Epilepsie. Als Schülerin einer Förderschule nahm sie in Begleitung einer Teilhabeassistentin an einer mehrtägigen Klassenfahrt teil. Sie bekam einen Krampfanfall und wurde daraufhin von der Teilhabeassistentin auf das Bett gesetzt, von welchem sie aus ungeklärten Umständen herabfiel und sich dabei an den Zähnen verletzte. Die Unfallkasse lehnte die Gewährung von Entschädigungsleistungen ab.

Das Gericht hielt es für rechtmäßig, dass die Unfallversicherung keine Entschädigung zahlen wollte. Vorliegend sei die Schülerin allein wegen des mit ihrer Grunderkrankung im Zusammenhang stehenden Krampfens auf das Bett gesetzt worden. In dieser stabilen Position habe sie warten sollen, bis sie mit der Teilhabeassistentin das Zimmer habe verlassen können. Dies gehöre nicht zu der versicherten Tätigkeit der Schülerin.