Das Sozialgericht Wiesbaden entschied in einem nicht rechtskräftigen Urteil, dass ein Trainer, der eine Sportmannschaft über einen längeren Zeitraum trainiert, regelmäßig in die betrieblichen Abläufe des Sportvereins eingegliedert ist und daher eine abhängige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Ein überdurchschnittlich hohes Honorar stehe bei der Eingliederung in betriebliche Abläufe und Weisungsgebundenheit der Annahme einer abhängigen Beschäftigung nicht entgegen (Az. S 8 R 312/16).

Der Kläger war nebenberuflich durchschnittlich 18 Stunden monatlich für den Sportverein als Hockeytrainer tätig. Ziel seiner Tätigkeit war der Aufstieg der von ihm trainierten 1. Herrenmannschaft von der Oberliga in die 2. Bundesliga. Hierzu wurden dem Kläger durch den Verein alle erforderlichen Mittel und Freiheiten eingeräumt. Die Rentenversicherung stufte diese Tätigkeit als abhängige Beschäftigung mit Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein.

Das SG Wiesbaden bestätigte die Entscheidung der Rentenversicherung und wies die Klage ab. Trotz im Wesentlichen inhaltlich frei gestalteter Tätigkeit sei der Kläger in den Arbeitsprozess und die Organisation des Vereins eingegliedert und weisungsgebunden. Dem Sportverein obliege die Gesamtverantwortung für den von ihm unterhaltenen Spielbetrieb und die Letztentscheidung, ob von dem Kläger gewünschte Maßnahmen umgesetzt werden. Des Weiteren erfordere die Betreuung einer Mannschaft über einen längeren Zeitraum ein arbeitsteiliges Zusammenwirken und Abstimmungen der Mannschafts- und Vereinsverantwortlichen. Nach Auffassung des Gerichts bestehe darüber hinaus kein die Tätigkeit prägendes unternehmerisches Risiko, auch eine finanzielle Partizipation des Klägers am sportlichen Erfolg der Mannschaft finde nicht statt. Vorliegend erhalte der Kläger stets eine fest vereinbarte Stundenvergütung, wobei selbst ein hoher Stundensatz im Rahmen der Gesamtwürdigung kein ausschlaggebendes Indiz für eine selbständige Tätigkeit darstelle.

Die Berufung ist beim Hessischen Landessozialgericht anhängig (Az. L 8 KR 297/19).