Das Hessische Landessozialgericht entschied, dass kein Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung vorliegt, wenn ein Versicherter während eines Spazierganges in der Mittagspause verunglückt (Az. L 9 U 208/17). Arbeitnehmer seien gesetzlich unfallversichert, solange sie eine betriebsdienliche Tätigkeit verrichten.

Im Streitfall arbeitete der Versicherter als Fondsmanager bei einer Investmentgesellschaft. In der Mittagspause verließ er das Firmengebäude für einen Spaziergang, dabei stolperte er über eine Steinplatte und verletzte sich an Handgelenken und Knie. Die Berufsgenossenschaft erkannte dies nicht als Arbeitsunfall an. Sie war der Ansicht, dass der Versicherte während einer Pause verunglückt sei, die ein eigenwirtschaftliches Gepräge gehabt habe. Hiergegen wandte der Versicherte ein, dass die Pause aufgrund seiner Arbeitsbelastung zur Fortsetzung der Arbeit erforderlich gewesen sei. Das Sozialgericht hatte die Klage abgewiesen.

Das Hessische LSG wies die Berufung gegen das sozialgerichtliche Urteil zurück. Die Tätigkeit des Versicherten im Unfallzeitpunkt sei eine eigenwirtschaftliche Verrichtung gewesen, die nicht gesetzlich unfallversichert sei. Nach Auffassung des Gerichts ist Spazierengehen keine Haupt- oder Nebenpflicht aus dem Beschäftigungsverhältnis des Versicherten. Des Weiteren bestehe keine arbeitsrechtliche Verpflichtung zu gesundheitsfördernden, der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit dienenden Handlungen.