Das Finanzgericht Düsseldorf entschied, dass das an Hinterbliebene ausgezahlte Sterbegeld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ein Versorgungsbezug und nicht steuerfrei ist. Der Sterbegeldbezug führt nicht insgesamt zu einer Vorteilsanrechnung für die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastungen (Az. 11 K 2024/18).

Die Klägerin und das beklagte Finanzamt stritten sich um die Steuerfreiheit eines Sterbegeldbezuges und den Abzug von Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastungen. Das Landesamt für Finanzen zahlte aufgrund des Ablebens der Mutter an die Klägerin ein Sterbegeld in Höhe von 6.550,20 Euro aus. Die Mutter war bis zu ihrem Ableben als Landesbeschäftigte tätig gewesen. In der Steuererklärung ließ die Klägerin das Sterbegeld unberücksichtigt und machte die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt versagte die Steuerfreiheit des Sterbegeldes und erkannte zunächst die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung an, versagte diese jedoch im Wege der Verböserung des Einspruchverfahrens.

Die Klage hatte vor dem FG Düsseldorf teilweise Erfolg. Das an Hinterbliebene ausgezahlte Sterbegeld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst sei ein Versorgungsbezug. Nach Auffassung des Gerichts erzielte die Klägerin über den Bezug des Sterbegeldes gem. § 19 Abs. 1 Nr. 2 EStG steuerbare Bezüge aus nichtselbständiger Arbeit in Form von anderen Bezügen aus früheren Dienstleistungen. Dieser Bezug sei nicht steuerfrei. Mangels der „Hilfsbedürftigkeit“ der Klägerin stelle das Sterbegeld keinen steuerbefreiten Bezug gem. § 3 Nr. 11 EStG dar. Der Klägerin seien aufgrund der Beerdigungskosten dem Grunde nach außergewöhnliche Belastungen entstanden. Der Sterbegeldbezug führe nicht insgesamt zu einer Vorteilsanrechnung.