Das Hessische Landessozialgericht entschied, dass kein Arbeitsunfall vorliegt, wenn ein Versicherter auf einer Dienstreise auf dem Weg zum Hotel überfallen wird und sich bei dem Versuch, seine gestohlene Geldbörse zurückzuerlangen, verletzt (Az. L 9 U 118/18).

Im vorliegenden Fall nahm ein Versicherter aus beruflichen Gründen an einem Kongress in Barcelona teil. Nach der offiziellen Abendveranstaltung suchte der Versicherte gemeinsam mit Kollegen eine Bar auf. Gegen 5 Uhr morgens wurde ihm auf dem Rückweg zum Hotel die Geldbörse gestohlen. Während er den Dieb verfolgte, wurde er von einer weiteren Person zu Fall gebracht und zog sich dabei eine Radiusköpfchenfraktur zu. Nach Auffassung der Berufsgenossenschaft ist für den Rückweg der Versicherungsschutz aufgrund des Barbesuchs entfallen. Außerdem habe der Versicherte den Unfall bei der Verfolgung des Diebes erlitten. Eine Anerkennung als Arbeitsunfall wurde daher abgelehnt.

Das Sozialgericht und das LSG verneinten einen Arbeitsunfall. Nach Ansicht des Landessozialgerichts fehlt der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Beschäftigte seien während einer Dienstreise auch auf dem Rückweg vom Tagungsort zum Hotel unfallversichert. Doch verfolge ein Versicherter auf diesem Weg einen Dieb, so stehe dies nicht unter dem Unfallversicherungsschutz. Der Beschäftigte widme sich rein persönlichen, von seinen betrieblichen Aufgaben nicht mehr wesentlich beeinflussten Belangen. Des Weiteren komme auch kein Versicherungsschutz wegen “der Verfolgung eines Straftäters im allgemeinen Interesse” in Betracht, da im Streitfall der Versicherte den Dieb nicht verfolgt habe, um ihn der Strafverfolgung zuzuführen.