Zahlungen des Arbeitgebers aus einem sog. Langzeitvergütungsmodell (Long Term Incentive Modell – LTI), deren zusammengeballte Zahlung durch wirtschaftlich vernünftige Gründe gerechtfertigt ist, stehen einer Tarifbegünstigung nicht entgegen, auch wenn dieselbe Tätigkeit sowohl durch laufende als auch durch außerordentliche Einkünfte vergütet wird. So entschied das Hessische Finanzgericht (Az. 6 K 306/18).

Die Klägerin war eine im Handelsregister eingetragene AG. Sie beantragte beim Finanzamt eine Anrufungsauskunft und bat um Bestätigung, dass das beschriebene Vergütungsmodell die Voraussetzungen einer tarifbegünstigten Vergütung erfüllt und die Fünftelregelung angewendet werden kann. Die Beschäftigten erhielten aufgrund eines Long-Term-Incentive Modells variable Zahlungen. Diese hingen von der Entwicklung des Geschäftserfolgs innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren im Vergleich zu den vorhergehenden vier Jahren ab. Das Finanzamt war der Auffassung, es handele sich nicht um außerordentliche Einkünfte, sondern um Bonuszahlungen.

Das Gericht gab jedoch der Klägerin Recht. Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten würden eine zweckbestimmte Verknüpfung der Vergütung mit der Tätigkeitsdauer erfordern, wobei sich aus den Umständen der Zahlung ergeben müsse, dass mit ihnen eine mehrjährige Tätigkeit abgegolten werden solle. Bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sei nicht erforderlich, dass es sich bei der in mehreren Veranlagungszeiträumen erdienten Vergütung um eine von der regelmäßigen Erwerbstätigkeit abgrenzbare Sondertätigkeit handelte oder dass diese auf einem besonderen Rechtsgrund beruhe, der diese von den laufenden Einkünften unterscheidbar mache. Hier handele es sich um außerordentliche Einkünfte in Form von Vergütungen für eine mehrjährige Tätigkeit.